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Erklärung zur aktuellen Kritik an der Verleihung des Historikerpreises

Die Erich und Erna-Kronauer-Stiftung und Dr. Stefan Scheil

Mit Bedauern ist festzustellen, daß die von der Soldmann-Stiftung getragene "Gegenveranstaltung" zur Verleihung des Kronauer-Preises, die am vergangenen Montag im Schweinfurter Rathaus stattgefunden hat, die negativen Erwartungen daran vollkommen erfüllt hat. Das galt insbesondere für den Fachvortrag. Bereits in einer Erklärung vom 11. September hatte Dr. Scheil gegenüber der "Mainpost" darauf hingewiesen, daß von Seiten des eingeladenen Experten Wolfgang Benz bisher "lediglich negative Meinungsäußerungen und Falschbehauptungen Dritter ungeprüft kolportiert" würden. Prof. Benz hat dies in seinem Vortrag unverändert fortgesetzt. So weit sich der Vortrag mit der Person Stefan Scheil beschäftigte, bestand er im wesentlichen aus der Wiedergabe negativer Passagen aus Buchbesprechungen, wobei die positiven Passagen konsequent weggelassen wurden. Wolfgang Benz hat zudem deutlich erkennen lassen, keine von Scheils Veröffentlichungen je selbst in der Hand gehabt zu haben. Dafür zwei Beispiele:

Herr Benz hat behauptet, Stefan Scheil würde stets das "Hoßbach-Protokoll" von 1937 ignorieren, eine wesentliche Quelle zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Hätte sich Herr Benz die eigentlich selbstverständliche Mühe gemacht, vor seinem Auftritt als "Experte" auch nur das Inhaltsverzeichnis des Buchs "Logik der Mächte" zu lesen, für das am Samstag der Historikerpreis verliehen wird, so hätte er festgestellt, daß es dort ein eigenes Kapitel über das Hoßbach-Protokoll gibt. Scheil würdigt das Hoßbach-Protokoll in allen seinen Veröffentlichungen als wesentliche Quelle. Wenn Prof. Benz meint, das Protokoll müsse in Scheils Darstellung ignoriert werden, gibt er zudem zu erkennen, daß er nicht nur dessen Veröffentlichungen nicht kennt, sondern auch den Inhalt des Protokolls nicht.

Zum zweiten wartete Herr Benz als herausgehobenes Beispiel für Scheils angebliche Arbeitsweise mit der Behauptung auf, es sei eine reine, unwissenschaftliche Spekulation Scheils, daß die polnische Regierung im Sommer 1938 mit einem schnellen politischen Kurswechsel weg von Deutschland, hin zu den Westmächten kalkuliert hätte. Auch hier hätte er nicht nur den Veröffentlichungen die entsprechende Quellenangabe entnehmen können. Es ist nicht der Historiker Stefan Scheil, der dies so schreibt, sondern der damalige polnische Außenminister Josef Beck in seinem Rechtfertigungsbericht über diese Zeit, der seit 1951 veröffentlicht vorliegt. Von Personen, die anderen die Wissenschaftlichkeit absprechen wollen, könnte man darüber hinaus die eigene Kenntnis solcher Quellen erwarten. Dies ist aber offenkundig weder beim Vortragenden selbst, noch innerhalb des von ihm bemühten Zitierkartells emeritierter Historiker der Fall, die wesentlichen Anteil daran haben, daß sich die bundesdeutsche Zeitgeschichtsforschung seit Jahrzehnten in einer Sackgasse befindet.

Die Liste von sachlichen Fehlern im Vortrag von Herrn Benz ließe sich daher lange fortsetzen. Den Eindruck von Inkompetenz in der Sache hat dieser Vortrag jedenfalls umfassend bestätigt. Wir können nur den Appell wiederholen, diese Form der Agitation zu überwinden und eine wissenschaftliche Gesprächsführung nicht weiter durch sie zu behindern. Die sonstigen verschwörungstheoretischen Ausführungen von Herrn Benz und anderen Rednern über die angebliche "Neue Rechte" oder der von Gewerkschaftsseite hergestellte Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Geschichtsbild streiften im übrigen nicht selten den Bereich der unfreiwilligen Satire.

Die Erich und Erna-Kronauer-Stiftung und Dr. Stefan Scheil - 1. Oktober 2014"

Presseerklärung zur politischen Polemik wegen der Verleihung des Historikerpreises der Kronauer-Stiftung

"Der Berichterstattung vor Ort entnehme ich, daß verschiedene politische Gruppierungen sich trotz meiner entsprechenden Richtigstellung (Mainpost 9.9.14) und des damit verbundenen Versuchs zur Versachlichung der Debatte weiterhin in Polemik und Agitation gegen die Verleihung des Historikerpreises der Kronauer-Stiftung ergehen, die am 4. Oktober in Schweinfurt stattfinden wird. So haben inzwischen Teile der SPD-Landtagsfraktion und die Dekane der christlichen Kirchen vor Ort einen entsprechenden Aufruf unterzeichnet.

Die damit einhergehende Wortwahl mit Begriffen wie "Ewiggestrig" "zwielichtig" und "Geschichtsverfälschung" streift eindeutig den justiziablen Bereich der reinen Schmähkritik, zumal mit kaum einem Wort der Versuch unternommen wird, auf den tatsächlichen Inhalt meiner Veröffentlichungen einzugehen. So weit aus der Berichterstattung ersichtlich, werden lediglich negative Meinungsäußerungen und Falschbehauptungen Dritter ungeprüft kolportiert.

So wird unter anderem der Eindruck erweckt, der Berliner Historiker Wolfgang Benz müsse richtigstellen: "Der Zweite Weltkrieg war keine Verschwörung der Großmächte gegen Deutschland." Eine solche Behauptung ist von mir weder wörtlich noch sinngemäß je aufgestellt worden. Sie entsprang der Phantasie eines Rezensenten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor fast zehn Jahren und wird seither vorzugsweise im Internet immer neu kopiert. Es ist der Berichterstattung daher nicht zu entnehmen, daß Kollege Benz auch nur eine Zeile meiner Publikationen zur Kenntnis genommen hat, bevor er ihnen politische Absichten attestierte.

Erneut bleibt festzuhalten, daß diese fachlich inkompetente Form der Auseinandersetzung weder dem Themenkomplex "Zweiter Weltkrieg", noch meinen Veröffentlichungen und auch nicht dem Anliegen der Kronauer-Stiftung angemessen ist. Ernsthafte Bemühungen sehen anders aus und kommen zu anderen Ergebnissen. Der in diesem Jahr tragisch früh verstorbene FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hatte sich beispielsweise intensiv und bis zuletzt mit meinen Schriften beschäftigt. Die Zeitung hat dies in einem Nachruf dokumentiert, der hier als Beispiel dafür zitiert sei:

‚Eines Tages, es mag vor acht Jahren gewesen sein, fragte er mich, ob ich Stefan Scheil kenne, den Historiker. Ich kannte. 2005 hatte ich Scheils Buch "1940/41. Die Eskalation des Zweiten Weltkrieges" zu Weihnachten in der Kategorie "Für Wissbegierige" empfohlen. Scheil gehört nun zu jenen Historikern, die man gern "umstritten" nennt - eigentlich gemeint ist aber, dass sich ein Streit schon gar nicht mehr lohnt. Wer einen "umstrittenen Historiker" auch nur liest, ist bald - so die Logik der Ansteckung - von seinen gefährlichen Thesen infiziert.

Frank Schirrmacher dachte anders. Er sah die Substanz echter Forschung. Es kam zu einem Gespräch zwischen uns dreien, wir druckten in der Folgezeit mehrere Artikel von Scheil. Eines meiner letzten Gespräche mit Schirrmacher drehte sich um Scheils Ribbentrop-Biographie. Er hatte sie wiedergelesen. Warum? Um die Lage in der Ukraine besser zu verstehen. Ich kann mir keinen verantwortlichen Journalisten in der deutschen Presse denken, der einer solchen Haltung fähig wäre. Ein paar Tage später nahm Schirrmacher das Gespräch über das Buch wieder auf: "Es ist so überzeugend . . . aber ich kann es nicht glauben . . . aber es ist so überzeugend . . . aber . . ." Wir kamen zu keinem Ende. Der Zweifel ehrt den Intellektuellen so sehr wie die Neugier. L.J.' (FAZ, 15. Juni 2014)

In diesem Sinn kann ich nur erneut dazu auffordern, die komplexe und vieldeutige, wissenschaftliche wie intellektuelle Aufarbeitung der Weltkriegsära nicht weiter mit politischen Vorurteilen zu belästigen. Die bayerische Sozialdemokratie hat sich mit ihrem Appell in einen Bereich vergaloppiert, in dem politische Vorgaben nicht tragbar sind.

Stefan Scheil - Neuhofen, den 25.9.2014"

LESERBRIEF an die Pforzheimer Zeitung, erschienen am 9.2.2013: "In dem Artikel "Freie Anthroposophen laden umstrittenen Historiker ein", behauptet die "Pforzheimer Zeitung" unter anderem folgendes: "Scheils These, betreffend den Zweiten Weltkrieg und seine Ursachen, lautet: Der Krieg im Osten sei nicht durch Nazi-Deutschland verursacht worden, nicht aus ideologischen Gründen, nicht langfristig geplant - sondern ein Präventivangriff, um Stalin zuvorzukommen." Diese Behauptung ist falsch. Richtig ist, dass ich in meinen Veröffentlichungen die wesentliche Mitverantwortung der deutschen Diktatur und ihres Versuchs, in Mitteleuropa einen staatssozialistisch und rassistisch verfassten Großstaat zu errichten, für den Ausbruch und die Eskalation des Zweiten Weltkriegs deutlich herausgearbeitet habe. Richtig ist allerdings auch, dass einzelne Etappen dieses Krieges, wie etwa der deutsche Angriff auf Russland, in der Tat objektiv als präventive Schritte gegen unmittelbar bevorstehende Aktionen des Gegeners beurteilt werden können. Dokumente, die nach dem Zerfall der UdSSR für die Forschung gesichert werden konnten, zeigen dies meines Erachtens zweifelsfrei."

Stefan Scheil

Neuhofen, den 8.2.2013

PRESSEERKLÄRUNG vom 5.2.2013: Ein linksextremer Schlägertrupp hat mit der Androhung von Gewalt die Absage einer Veranstaltung der Freien Anthroposophischen Vereinigung in Pforzheim erreicht, auf der am 2. Februar auch ich einen Vortrag halten sollte. Die lokale Presse hat in diesem Punkt zutreffend berichtet. Allerdings wurden zugleich unkritisch die Auslassungen politischer Extremisten über "Geschichtsrevisionismus" übernommen, auch solche, die als Wikipediawissen kostümiert daherkommen. In diesem Zusammenhang wurden von linksextremer Seite auch Meinungen und Fehlinformationen über den Inhalt und den Hintergrund meiner Veröffentlichungen kolportiert, die offenbar dem 2007 erschienenen und von Stephan Braun (MdL-SPD) und Ute Vogt (MdL-SPD) herausgegebenen Buch über die Wochenzeitung "Junge Freiheit" entnommen wurden. Wie dem Pressearchiv entnommen werden kann, hatte ich das Buch seinerzeit wegen einiger Fehler vom Markt nehmen lassen. Es ist bedauerlich, daß die von sozialdemokratischer Seite vorangetriebene Politisierung und Verfälschung der wissenschaftlichen Kontroverse insofern dennoch erfolgreich war. Der ganze Vorgang ist einer demokratischen Gesellschaft unwürdig.

Stefan Scheil

Neuhofen, den 5.2.2013

PRESSEERKLÄRUNG vom 30.12.2012: Im Dezember 2012 ist das Magazin Extra 12 mit einem Beitrag von mir über den Kriegsausbruch erschienen. Ich erkläre hiermit, daß es sich dabei um einen ohne meine Kenntnis erfolgten Raubdruck handelt, für den der Argo-Verlag keine Genehmigung hatte. Rechtliche Schritte sind eingeleitet.

Stefan Scheil

Neuhofen, den 30.12.2012

Presseerklärung vom 21.1.2008 zur geplanten Wiederaufnahme der Auslieferung des von Stephan Braun (MdL-SPD) und Ute Vogt (MdL-SPD) herausgegebenen Buchs über die Wochenzeitung "Junge Freiheit":

Wie die Frankfurter Rundschau ergänzend und korrigierend zu ihrem Artikel vom 31.12.2007 meldet, plant der VS-Verlag, das Buch von Stephan Braun, dessen Auslieferung vom Verlag wegen Bekanntwerden der unzutreffenden Aussagen über meine Person und meine Veröffentlichungen gestoppt worden war, mit einer Teilkorrektur wieder auszuliefern. Die Meldung der Frankfurter Rundschau vom 31.12.2007, das Buch sei nicht aus inhaltlichen Gründen vom Markt genommen worden, sondern lediglich vergriffen, beruhte offenbar auf einer nicht von der Frankfurter Rundschau zu verantwortenden Fehlinformation.

Dr. Stefan Scheil

Neuhofen, den 21.1.2008

Presseerklärung vom 15.1.2008 zum Stop der Auslieferung des von Stephan Braun (MdL-SPD) und Ute Vogt (MdL-SPD) herausgegebenen Buchs über die Wochenzeitung "Junge Freiheit":

Die Frankfurter Rundschau vom 31.12.2007 und der "Blick nach Rechts" treten mit der Behauptung auf, es gebe keinen Stop der Auslieferung des Vogt-Braun Buches, die betreffende Auflage sei lediglich vergriffen. Ich weise nachdrücklich darauf hin, daß dies unwahr ist. Laut Mitteilung des Verlages an mich vom 21. Dezember 2007 hat der VS-Verlag die Auslieferung des Vogt-Braun Buches seit dem 12. Dezember 2007 gestoppt, weil dem Verlag seit diesem Zeitpunkt die im Buch enthaltenen unzutreffenden Aussagen über meine Person und meine Veröffentlichungen bekannt waren. Die von Volker Schmidt in der FR und von Helmut Lölhöffel im BnR geäußerte Behauptung, der Auslieferungsstopp sei lediglich wegen des Vergriffenseins der ersten Auflage erfolgt, ist unrichtig. Die Meldungen der Jungen Freiheit, der Nachrichtenagentur Idea und des Nachrichtenmagazins Focus sind korrekt.

Stefan Scheil

Neuhofen, den 15.1.2008

 

Presseerklärung vom 23.12.2007 zum Stop der Auslieferung des von Stephan Braun (MdL-SPD) und Ute Vogt (MdL-SPD) herausgegebenen Buchs über die Wochenzeitung "Junge Freiheit":

Die "Junge Freiheit" und die Nachrichtenagentur Idea melden zutreffend, daß die Herausgeber des Buchs "Die Wochenzeitung Junge Freiheit - kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden", die weitere Auslieferung des Buches auf meine Intervention hin gestoppt haben. Der Verlag und die Herausgeber haben sich bereit erklärt, einige der im Buch enthaltenen unzutreffenden Behauptungen über mich und den Inhalt meiner Veröffentlichungen nicht zu wiederholen und im Buch zu schwärzen. Über den genauen Umfang der notwendigen Streichungen besteht derzeit keine Einigung.

Ich lege Wert auf die Feststellung, daß - abgesehen von den direkt unzutreffenden Behauptungen - bereits das Konzept der Darstellung im Buch trotz gegenteiliger Behauptung der Autoren den Lesern keinen objektiven Eindruck meiner Person und meiner Veröffentlichungen vermittelt. So werden unter anderem sämtliche akademischen Qualifikationen verschwiegen, die veröffentlichte Fachliteratur nur in Teilen und im Rahmen negativer Meinungsäußerungen Dritter erwähnt und die freie Mitarbeit für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vollständig verschwiegen. Die Herausgeber erwähnen nur jenen Teil meiner publizistischen Tätigkeit, der ihnen zur Diskreditierung meiner Arbeit und Person geeignet erscheint. Tatsächlich deckt diese Auswahl keine fünf Prozent meiner Veröffentlichungen ab und die in diesem Zusammenhang von den Herausgebern und Autoren aufgestellten Behauptungen sind außerdem noch größtenteils unzutreffend.

Es bleibt daher allgemein festzuhalten, daß die Herausgabe eines derart wahrheitswidrig und tendenziös zusammengestellten Buches eine explizit politisch motivierte Behinderung meiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit durch die Fraktionsführung der Baden-Württembergischen SPD darstellt. Dies ist mit den Grundsätzen einer demokratischen Kultur unvereinbar.

Stefan Scheil

Neuhofen, den 23.12.2007